Freitag, 30. November 2018

Minimalismus an Weihnachten oder war früher wirklich mehr Lametta?

Schenken ist ja bekanntlich so einfach – beschenkt werden aber umso schwieriger! Seien wir ehrlich: Wer kann dem alle Jahre wieder zu vollziehenden Weihnachtsshoppen wirklich einen Sinn abgewinnen?

Wir leben in einer Welt des Zuviels: Exzesse beim Weihnachtsshoppen; Geschenke-Überdruss; zu viel Konsum, Hektik und Stress; zu viel Zeitvergeudung; zu viel Weihnachtsdeko und Kitsch; zu viel Essen, Zucker, Fett. Früher war das anders, früher war mehr Lametta.

Und das ist nicht nur an Weihnachten so: Wir werden überschwemmt von Nachrichten und E-Mails, Spam und Werbung, Tweets und Facebook-Posts. Fühlen uns überfordert ob zu vieler oberflächlicher Internetbekanntschaften, des Überangebots an Freizeitmöglichkeiten und all der Apps, die unser Leben (angeblich) vereinfachen. Auch das war früher anders. 

Minimalismus an Weihnachten: Weniger ist mehr 

Zu viel Reizüberflutung tut uns aber nicht gut! Früher war mehr Lametta. Unter immer mehr Menschen scheint daher ein Umdenken in Gang zu kommen. Denn nach wie vor gilt: Weniger ist (sehr oft) mehr.

Schenken ist so einfach – beschenkt werden umso schwieriger!


Minimalismus an Weihnachten: Erlebnisse statt Dinge schenken 

Minimalismus an Weihnachten bedeutet für mich zuvorderst, Schenken so anzugehen, dass es gar nicht erst zu Exzessen und Überdruss kommen kann. Als Geschenk-Variante an Weihnachten wunderbar: Geschenke in Form von Theater- oder Restaurantgutscheinen (statt Dingen) oder einfach Geschenke in Form von Zeit, die wir einem Menschen schenken. Denn Geschenke müssen nicht unbedingt physischer Art oder „auspackbar“ sein!

Ein Gefühl, das vielen vertraut sein dürfte: Selbst dann, wenn wir für uns selbst ein neues Ding erwerben, verfliegen die Erregung und das damit einhergehende Hochgefühl meist schon, während wir uns gerade mal mit dem Ding vom Laden wegbewegen. Die Ernüchterung über einen Kauf setzt also meist viel früher ein, als uns lieb ist.

In Minimalismuskreisen ist bekannt: Wir mögen nach einem Theaterbesuch oder gemeinsam verbrachter Zeit zwar nichts in Händen halten; jedoch bleiben solche Eindrücke meist auch im Lauf der Zeit gleich stark – ohne dass Ernüchterung wie nach dem Kauf eines Dings einsetzt! 

Minimalismus an Weihnachten: Spenden statt Unnützes schenken 

Bei uns Übersetzern und Übersetzerinnen geht schon seit Jahren der Trend dahin, zu Weihnachten keine Geschenke wie Pralinen oder die hier in Großbritannien traditionellen Grußkarten an Kunden, Kolleginnen und Geschäftspartner mehr zu versenden. Stattdessen wird das folglich übrige Geld für einen guten Zweck gespendet und dies in einer E-Mail mitgeteilt, in die bei dieser Gelegenheit gleich ein netter Weihnachtsgruß mithineinverpackt wird.

Wie bereits 2017 ging auch dieses Jahr meine Weihnachtsspende wieder an das Hilfsprojekt des EinDollarBrille e.V. Weitere Informationen findest du auf der EinDollarBrille-Website oder in meinem Weihnachts-Blogartikel vom letzten Jahr hier.


Minimalismus an Weihnachten: Reduzierung auf das Wesentliche 

Mir geht es an Weihnachten nicht um Geschenke, sondern um das für Weihnachten Wesentliche: das Zusammensein mit Familie oder Freunden; den Abstand zu Beruflichem; Tannenduft, Plätzchen und Weihnachtsmusik; den Gang zur Kirche und den Weihnachtsgottesdienst; und das Sich-Zeit-Nehmen für das, was das übrige Jahr oft zu kurz kommt.

Minimalismus an Weihnachten: Reduzierung auf das Wesentliche

Früher war mehr Lametta. Reduzieren wir Weihnachten (aber auch unseren Alltag) wieder auf das Wesentliche und Schöne. Und besinnen wir uns auf das, was Weihnachten (und unser Leben) wirklich ausmacht. 

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Stefan von allminimal.de für die Einladung zur diesjährigen Blogparade zum Thema „Minimalismus an Weihnachten oder war früher wirklich mehr Lametta?“! Hier gelangst du zum Special auf allminimal.de mit den Beiträgen zu diesem Thema: https://allminimal.de/minimalismus-in-der-weihnachtszeit.