Sonntag, 26. April 2020

Bloggen in einer Fremdsprache: Gut oder schlecht?

Beim Bloggen auf Englisch habe ich mich schon immer unbehaglich gefühlt. Ich bin deutsche Übersetzerin und darf laut dem Verhaltenskodex meines Berufsverbands nur in meine Muttersprache übersetzen. Übersetzen ist im Grunde Schreiben, daher werde ich den Eindruck nicht los, dass es missbilligt wird, wenn ich auf Englisch blogge.




Mein Englisch ist jedoch von vielen Menschen „genehmigt“ worden: von einem amerikanischen Kollegen, den ich manchmal um Feedback zu meinem Blog-Artikeln bitte (danke, Will!); von anderen Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen, die meinen Blog lesen; und von einem professionellen Korrektor, an den ich mich für Input zu meinen englischen Texten gewandt habe (danke, Matt!). Von allen ist mir versichert worden, mein Englisch sei in Ordnung. Das tief sitzende Gefühl des Unbehagens ist aber geblieben.


Der Vollständigkeit halber sollte ich noch erwähnen, dass der Verhaltenskodex meines Berufsverbands vorschreibt, dass Übersetzer und Übersetzerinnen entweder in ihre Muttersprache oder in eine „von ihnen gewohnheitsmäßig verwendete Sprache“ übersetzen. Was mich betrifft, so lebe ich zwar schon sehr lange in Großbritannien, doch beherrsche ich das Englische eben nicht auf Muttersprachlerniveau (und werde dieses auch nie erreichen).


Ich bin deutsche Übersetzerin und deshalb nicht dazu berechtigt, ins Englische zu übersetzen, deshalb hat Bloggen auf Englisch auch keinen direkten Nutzen für meine Arbeit. Auf Englisch blogge ich einfach deshalb, weil es mir Freude bereitet. Mein Blog ist für mich das perfekte Mittel, um meine Fähigkeiten in der englischen Sprache weiter zu verbessern.


(Die ursprünglich auf Englisch verfasste Version dieses Blog-Artikels befindet sich hier.)