Montag, 25. März 2019

Anti-Brexit-Petition: kleines Wort, große Folgen

Auch Hugh Grant hat sie unterschrieben: die Anti-Brexit-Petition zum Widerruf von Artikel 50 und zum Verbleib in der EU. Und hat mit seinem Tweet zugleich eine Welle der Empörung ausgelöst, denn er unterstelle damit 17,4 Millionen Brexit-Befürwortern, sie seien insane.


Diese Anti-Brexit-Petition ist schon längst nicht mehr nur irgendeine Petition, sondern beherrscht schon seit Tagen die Schlagzeilen hier bei uns in Großbritannien.


Was aber bedeutet das Wörtchen sane? Ich assoziiere damit zunächst folgende Bedeutungen: geistig fit; zurechnungsfähig; bei klarem Verstand; vernünftig; normal; besonnen; umsichtig; klar denken könnend.

Laut meinem Oxford Dictionary of English (ODE) bedeutet sane im englischen Sprachgebrauch entweder 1) of sound mind; not mad or mentally ill oder 2) reasonable or sensible. Was war in Hugh Grants Tweet gemeint? Ich vermute Letzteres.

In den deutschen Meldungen hierzu habe ich 2 Übersetzungen gefunden: gesund und vernünftig. Direkt ließe sich sane (von Lateinisch sanus) tatsächlich mit gesund übersetzen (wobei geistig gesund wohl eher zuträfe). Angesichts der ODE-Definition favorisiere ich allerdings die Übersetzung vernünftig.

Kleinste Wörtchen, die im Internet zur Bekundung der eigenen Meinung verwendet oder gar unglücklich übersetzt werden, können heutzutage unversehens einen Shitstorm auslösen. Und die Entscheidung, welche Nuancen bei einer Übersetzung zum Ausdruck kommen sollen, verlangt Fingerspitzengefühl – und ist immer kontextabhängig!

Petition zum Widerruf von Artikel 50 (Stand: 25. März 2019, 11.32 Uhr)

Samstag, 16. März 2019

Kreativer durch Minimalismus?

Kreative Menschen sind ja angeblich von Natur aus meist unordentlich. Außerdem wird uns ständig suggeriert, dass es generell besser sei, mehr statt weniger zu haben.

Cathy Hutchison hat neulich einen nachdenklich stimmenden Artikel veröffentlicht. Er trägt den Titel „Why a minimalist lifestyle is a big win for creatives“. Darin argumentiert sie: Für kreatives Schaffen ist ein Mehr nicht zwangsläufig besser!

Gedankenklarheit und Inspiration durch freien Raum

Im Gegenteil: Gedankenklarheit und Inspiration werden erst möglich, wenn wir freien Raum um uns herum schaffen. Das Loslassen von Dingen, die wir nicht (mehr) benötigen, befreit von Gewicht, das sonst unweigerlich zu Stagnation führt.

Die Realität sieht so aus: Je mehr Werkzeuge wir zur Erledigung einer Aufgabe zur Hand haben, desto geringer ist oft unser kreativer Output! Oder: Wenn uns sehr viel Zeit zur Abwicklung eines Projekts zur Verfügung steht, schaffen wir meist zunächst einmal eigentlich (zu) wenig.

Visuelles Durcheinander demotiviert

Freie Oberflächen laden dazu ein, auf ihnen kreativ tätig zu werden. (Herumliegende Gegenstände
hingegen, die wir mit den Augen als Durcheinander wahrnehmen, lösen dieses Verlangen eher nicht aus!)

Wem geht es wohl nicht so? Visuelles Durcheinander bewirkt in der Regel keinen Produktivitätsdrang; es erzeugt eher ein Gefühl von Überforderung, Ablenkung oder gar Demotivation.


Minimalistisch kreativ: durch Ordnung, zeitliche Begrenzungen und wenige Werkzeuge

Laut Cathy Hutchison identifizieren wir uns viel zu sehr mit unserem „Zeug“. Der Besitz eines Pinsels oder einer Gitarre etwa lässt uns noch nicht kreativ werden. Kreativ werden wir erst durch unsere Fähigkeit, etwas Neues hervorzubringen! Oder durch unsere Fähigkeit, etwas Wahres so auszudrücken, dass es bei anderen Widerhall findet.

Tipps zur Steigerung der Kreativität

Wünschst du dir mehr Kreativität beim Malen, Kochen oder Schreiben? Nach dem Lesen von Cathy Hutchisons Artikel habe ich diese Tipps, mithilfe deren du deine Kreativität steigern kannst:

1. Schaffe Ordnung in deinem Sichtfeld, und lege erst dann los.
2. Setze dir selbst zeitliche Begrenzungen, wenn dir für eine Aufgabe viel Zeit zur Verfügung steht.
3. Nutze zunächst wenige Werkzeuge, um größtmöglichen kreativen Spielraum zu gewinnen.


Unordnung ist kreativem Schaffen abträglich! Kreative Energie will fließen können, damit aus schöpferischer Leistung etwas Neues entstehen kann – und dafür nötig ist freier Raum.