Samstag, 21. März 2020

Coronavirus-Krise: 10 positive Aspekte


Zuversicht, Solidarität und Durchhaltevermögen sind jetzt das Gebot der Stunde, vielleicht mehr als je zuvor.

Ich freue mich, meinen Lesern und Leserinnen heute einen hervorragenden, vom Nürnberger Minimalisten Christof Herrmann verfassten Blogartikel zum Thema Coronavirus-Krise empfehlen zu dürfen: „10 positive Aspekte, die wir der Coronavirus-Krise abgewinnen können“.

Christof schreibt, die Gefahr könne nicht heruntergespielt werden. Trotzdem sei es möglich, der Verunsicherung und den negativen Nachrichten etwas Positives entgegenzusetzen.

Coronavirus-Krise: der Verunsicherung und den negativen Nachrichten etwas Positives entgegensetzen


Folgende 10 positiven Aspekte könnten wir der Coronavirus-Krise abgewinnen:

1. Weniger Umweltverschmutzung (und weniger Todesfälle?)

2. Chance, den Wirtschaftswachstumswahnsinn zu überdenken

3. Solidarität zeigen

4. Die freien Stunden und Tage zuhause sinnvoll nutzen

5. Zur Besinnung kommen

6. Einstieg in die wunderbare Welt des Minimalismus

7. Die eigene Gesundheit wertschätzen

8. Chance, die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern

9. Kommt der Corona-Baby-Boom?

10. Lernen für kommende Viren


Ihr findet den ganzen Artikel auf Christofs Blog.


So wie Christof rufe auch ich euch alle dazu auf, alles zu tun, damit wir das Coronavirus schnell in den Griff bekommen. Ich wünsche euch viel Kraft, Gesundheit und Zuversicht!



Nächste Woche wird auf meinem Blog „The Minimalist Translator“ ein englischsprachiger Artikel zum Thema Coronavirus-Krise erscheinen.

Samstag, 22. Februar 2020

Warum Übersetzer die Maschinen nicht fürchten

Übersetzungen werden also bald von Maschinen übernommen werden, so wird es uns ständig erzählt. Warum aber fürchten Humanübersetzer dann nicht den Vormarsch der Maschinen, der doch in aller Munde ist?

Aus meiner Sicht lautet die Antwort hierauf schlicht und einfach: Übersetzer fürchten die Maschinen nicht, weil eine Übersetzung in vielen Einzelschritten erstellt wird.


Die meisten Übersetzungen brauchen einen menschlichen Input

Eine maschinelle Übersetzung ist beim ersten Schritt des Erstellens einer Übersetzung manchmal durchaus hilfreich, doch sie kann nichts zu dem beitragen, was bei späteren Schritten abläuft. Und wenn eine maschinelle Übersetzung nicht weiterhilft, ist der Input eines Humanübersetzers erforderlich.

Warum fürchten Humanübersetzer den Vormarsch der Maschinen nicht?
(Bildquelle: Peggy and Marco Lachmann-Anke on Pixabay)


Nicht hilfreich ist die maschinelle Übersetzung etwa bei folgenden Übersetzungsschritten:

- Durchführen terminologischer Recherchen auf dem Fachgebiet eines Textes

- Identifizieren und Herausstellen problematischer Textstellen im Ausgangstext für den Kunden unter Verwendung zweckmäßiger grammatikalischer Fachbegriffe, um die problematischen Textstellen zu beschreiben und zu erläutern, Vorschlagen von Verbesserungen

- Besprechen des Umgangs mit „unübersetzbaren“ Termini mit dem Kunden

- Erarbeiten von Behelfslösungen für knifflige Termini und Formulierungen

- Anwenden von Kundenstilrichtlinien auf die Übersetzung

- Herstellen von Kohärenz zwischen einzelnen Textteilen

- Verbessern des ersten Übersetzungsentwurfs (auch als „Rohübersetzung“ bezeichnet)

- Weiterverbessern der Übersetzung

- Überprüfen, dass Interpunktionszeichen richtig gesetzt wurden

- Formatieren der Datei

- Beseitigen von Fehlern (auch etwa von Fehlern, die sich aufgrund einer maschinellen Übersetzung eventuell eingeschlichen haben!)

- Ausdrucken der Übersetzung und Gegenlesen der ausgedruckten Übersetzung

- nochmaliges Überprüfen der Zahlen und/oder Bezugszeichen (in Patenten)

- Umformulieren der Übersetzung (sofern erforderlich), damit sie sich so liest wie ein in der Zielsprache idiomatisch formulierter Text

- Sicherstellen, dass die dem Originaltext zugrundeliegende Bedeutung richtig übertragen wurde (denn bekanntlich stecken in allem Sprachlichen viele Mehrdeutigkeiten!)

- Überprüfen, dass Fachbegriffe überall in der Übersetzung einheitlich verwendet wurden

- Redigieren und Ausfeilen des übersetzten Textes, um ihm den letzten Schliff zu geben

- Umgestalten der Übersetzung so, dass sie einen menschlichen Touch bekommt

Wer glaubt, eine Übersetzung könne einfach durch das Betätigen einer Taste oder einer Schaltfläche produziert werden, weiß nicht, dass eine Übersetzung in einzelnen Schritten erstellt wird. Eine maschinelle Übersetzung ist beim ersten dieser Schritte manchmal hilfreich, das Erstellen einer gebrauchstauglichen Übersetzung ist jedoch ein langer, zeitaufwendiger und komplizierter Prozess.

Eine gute Übersetzung kann nicht einfach durch das Betätigen einer Taste produziert werden
(Bildquelle: Gerd Altmann auf Pixabay)

Nachträglicher Gedanke: Natürlich weiß niemand, was im KI-Bereich noch alles passieren wird, und einige der obigen Aufgaben werden eines Tages vielleicht wirklich von Robotern übernommen werden. Im Moment sind wir aber noch sehr weit davon entfernt. Ich persönlich glaube auch, dass wir nie ein Stadium erreichen werden, in dem Roboter Menschen gleich sein werden.



(Dieser Blog-Artikel ist eine Übersetzung des von mir ursprünglich auf Englisch verfassten Blog-Artikels „Why translators don't fear the machines“ vom 1. Februar 2020.)

Donnerstag, 23. Januar 2020

Eine bessere Berufsbezeichnung für den Humanübersetzer

Das Wort „Übersetzer“ ist zu einer unzutreffenden Bezeichnung geworden. Sie ist nicht mehr zweckmäßig dafür, um das auszudrücken, was ein Humanübersetzer macht.

Das ist nicht so abwegig, wie man meinen könnte. Die Anbieter maschineller Übersetzungssysteme haben nämlich das Wort „Übersetzer“ für sich beansprucht und bezeichnen damit Computerprogramme, die maschinelle Rohübersetzungen ausgeben. Humanübersetzer benötigen daher eine Berufsbezeichnung, die die von ihnen ausgeübte Tätigkeit besser beschreibt.



Humanübersetzer benötigen eine Berufsbezeichnung, die die von ihnen ausgeübte Tätigkeit besser beschreibt

Das Wort „Übersetzer“ allein ist irreführend! Deshalb finde ich, dass die Nutzung einer besseren, konkreteren Berufsbezeichnung für den Humanübersetzer der nächste logische Schritt auf dem Weg zu dem Ziel sein sollte, dass sich das Image des Übersetzerberufs in der Öffentlichkeit wandelt.


Beispiele für bessere Berufsbezeichnungen:


Sprachdienstleister

Sprachberaterin


Fachübersetzer


Patentübersetzerin


Marketingübersetzer


Transkreatorin


Übersetzer und Lektor


Post-Editorin



Es verwirrt, dass heutzutage sowohl Humanübersetzer als auch Übersetzungscomputer als Übersetzer bezeichnet werden. Übersetzungscomputer sind auf dem Vormarsch, deshalb bedürfen (Human-)Übersetzer einer besseren Berufsbezeichnung.



(Dieser Blog-Eintrag ist eine Übersetzung meines Blog-Eintrags „A better job title for the human translator aus meinem englischsprachigen Blog.)

Samstag, 4. Januar 2020

Wie du bei Schreibarbeiten Zeit sparst

„Eine fließende Schrift lässt auch das Denken besser fließen.“

Diese Erkenntnis aus meinem Blog-Artikel „Allein mit Papier, Stift und Gehirn“ missachtete ich neulich unklugerweise, als ich vor Weihnachten meinen Jahresrückblick für Freunde und Verwandte verfasste.

Die verfügbare Zeit war knapp, daher stellte sich die Frage: Wie kann ich das Schreiben meines Jahresrückblicks am „minimalistischsten“ angehen?


Um Zeit zu sparen, entwarf ich ihn am PC. Doch das Ende vom Lied war: Ich brauchte insgesamt sehr viel länger, als wenn ich ihn (wie sonst) mit einem Stift auf Papier entworfen hätte!

Es stimmt also wohl: Wir sind beim Tippen am PC oft weniger kreativ (und daher langsamer), als wenn wir einen Text zunächst mit der Hand aufschreiben – ohne die „Hilfe“ des Internets mit seinen Nachschlagemöglichkeiten.

Maßnahmen, die vermeintlich zum Sparen von Zeit dienen (etwa bei Schreibarbeiten), bewirken oft das genaue Gegenteil: Wir verbrauchen zu viel Zeit!


Weiterführende Links:
- 10 Gründe, warum wir mehr mit der Hand schreiben sollten (Dhala Rosado, NJOY vom NDR)
- Die Anspitzung des Denkens (Anna-Lena Scholz und Ulrich Schnabel, ZEIT)
- Schreib mal wieder (Claudia Ehrenstein, WELT)

Sonntag, 8. Dezember 2019

E-Mails minimalistisch angehen: 3 schnelle Tipps

Drohst auch du manchmal in E-Mail-Fluten unterzugehen? Wenn ja, habe ich für dich 3 Tipps parat, wie du E-Mails gelassener (und minimalistisch) angehen kannst:


Tipp 1: Schließe dein E-Mail-Programm.

Der Verbesserung des Konzentrationsvermögens dienlich: Reserviere dir Zeitfenster zum Herunterladen neuer E-Mails. Öffne dein E-Mail-Programm immer nur dann, wenn du den Kopf für E-Mails frei hast, und schließe es danach wieder.


Tipp 2: Befasse dich mit (weniger wichtigen) E-Mails nur einmal am Tag.

Weniger wichtige E-Mails wie private E-Mails, Newsletter oder Forum-Nachrichten lese ich sehr gern, jedoch erhalte ich sehr viele von ihnen. Daher erreichen sie mich nur einmal am Tag: abends, nach getaner Arbeit und in einem separaten E-Mail-Programm. (Berufliche E-Mails lese und bearbeite ich hingegen regelmäßig von Montagmorgen bis Freitagabend.)


Tipp 3: Bearbeite unerledigte E-Mails vor dem Wochenende.

Nicht dringende E-Mails verschiebe ich unter der Woche in einen Ordner, der bei mir „Freitagnachmittag“ heißt. Denn solche E-Mails beantworte ich immer am Freitagnachmittag. Mit dem angenehmen Gefühl, das sich mit dem Abarbeiten dieser E-Mails einstellt, lässt es sich danach prima ins Wochenende starten!


Wir können E-Mails gelassener angehen, indem wir sie zum Beispiel nur einmal pro Tag abrufen.


E-Mails erreichen uns in der Regel in Wellen und schwappen ob ihrer schieren Flut oft über uns zusammen. In diesem Blogbeitrag gebe ich 3 Tipps für ein gelasseneres Vorgehen zur Bearbeitung von E-Mails.

Samstag, 19. Oktober 2019

So werden To-do-Listen endlich genussvoll

Wie leicht ist es für dich, in deinem Alltag auch angenehmen Aktivitäten nachzugehen? Ich selbst habe gemerkt, dass ich mir vergnügliche Aktivitäten eher vorenthalte, weil mich Berufs- und sonstige Pflichten oft den ganzen Tag auf Trab halten. Der Tag hat einfach nicht genug Stunden!

Und ich merke, dass andere Menschen in meinem Umfeld unzufrieden damit sind, dass auch ihnen für Freizeit- und vergnügliche Aktivitäten kaum Zeit bleibt, obwohl ihnen schon danach wäre. Wie steht es um Aktivitäten, die definitionsgemäß Vergnügen bereiten? Wie steht es um unser Sozialleben oder Outdoor-Aktivitäten? Wie nutzt man seine Zeit am besten?

Wie leicht ist es für dich, in deinem Alltag auch angenehmen Aktivitäten nachzugehen?

Wenn du diesen Blog regelmäßig liest, erinnerst du dich vielleicht noch an meinen Artikel über die minimale To-do-Liste. Pro Tag werden hierzu 3 Hauptaufgaben festgelegt, die wichtig, gut merkbar und vor allem umsetzbar sind.

Ich schwöre auf meine minimale To-do-Liste; aber ich habe auch gemerkt, dass meine 3 Aufgaben pro Tag meist mühsam, schwierig oder regelrecht langweilig sind. Versteh mich nicht falsch: Eine To-do-Liste hat selbstverständlich den Zweck, dass mühsame Aufgaben erledigt werden. Und Arbeiten kann durchaus auch Spaß machen. Doch letzten Endes ist und bleibt es Arbeit.

Arbeit allein macht bekanntlich nicht glücklich, daher habe ich meine minimale To-do-Liste etwas abgewandelt: Ich setze jetzt ab und zu auch eine wohltuende Aktivität auf meine To-do-Liste. Mit diesem Zeitmanagement-Ansatz will ich mehr Sinnhaftigkeit erreichen. Das funktioniert bei mir, es könnte daher auch bei dir funktionieren.

Und es ist nicht so absurd, wie es sich zunächst anhört: An manchen Tagen setze ich auch bewusst etwas auf meine To-do-Liste, was wohltuend ist, zum Beispiel ein Treffen mit einer Freundin im Café, extra viel Zeit zum Joggen oder eine Ganzkörpermassage.

All diesen Aktivitäten bin ich früher auch schon nachgegangen, aber jetzt genieße ich sie noch mehr und nehme sie viel bewusster wahr. So kann ich außerdem am besten meine Prioritäten richtig setzen. Durch derartiges geringfügiges Abwandeln meiner To-do-Liste lässt sich wunderbar viel aus ihr herausholen!


Durch unkonventionelles Abwandeln meiner minimalen To-do-Liste finde ich nun leicht die Balance zwischen den sich auftürmenden Pflichten im Beruf, der Teilhabe am Sozialleben und dem Genießen der angenehmen Seiten des Lebens. Nichts davon sollte nämlich zu kurz kommen! 


(Dieser Blog-Artikel ist eine Übersetzung des von mir ursprünglich auf Englisch verfassten Blog-Artikels „How to make to-do lists pleasurable“ vom 16. Februar 2019.)

Montag, 19. August 2019

Humanübersetzung einfach erklärt

Warum brauchen wir Übersetzer? (Ich meine übrigens diejenigen Übersetzer, die Menschen sind, also nicht Computerprogramme.)

Und warum ist der Bedarf an Humanübersetzungen so groß, warum wird er immer größer?



Woran liegt es eigentlich genau, dass Humanübersetzer ständig so viel zu tun haben? Vielleicht könnte man sich Ausführungen zu diesem Thema auch sparen, denn viele Menschen würden es wahrscheinlich ohnehin nicht kapieren. Vielleicht weil sie zu naiv sind, weil es ihnen am Verständnis dafür fehlt, wie Sprache funktioniert, oder weil sie schlicht zu jung dafür sind, um es zu verstehen.

Sehr überrascht sind nämlich meist diejenigen Menschen, die komplexe Zusammenhänge begreifen können und ein gewisses Bildungsniveau haben, wenn sie von mir hören: doch, es gibt wirklich Leute, die glauben, Übersetzungen würden heutzutage durch Google Übersetzer oder ähnliche Tools ausgeführt (oder dies sollte so sein).

Warum ist der Bedarf an Humanübersetzungen so groß, warum wird er immer größer?

Übersetzen ist zweifelsohne eine sehr komplexe Angelegenheit, und anderen erklären, was beim Übersetzen in der Regel alles passiert, ist ebenfalls komplex. Warum ist der Bedarf an Humanübersetzungen so enorm? Einfache Antworten sind meiner Meinung nach am besten. Beispiele:

Ich übersetze Texte, die für Google Übersetzer zu schwierig sind.

Versuch mal, einen komplexen technischen Text mit Google Übersetzer zu übersetzen. Dann wirst du sehen, dass das nicht funktioniert.

Maschinenübersetzungen sehen auf den ersten Blick oft richtig aus, sind es aber nicht, wenn man genauer hinsieht.

Die Texte, die mir zum Übersetzen gegeben werden, sind vertraulich und dürfen nicht in Google eingegeben werden.

Die meisten Übersetzungen brauchen einen menschlichen Touch, und diesen menschlichen Touch bekommen sie von mir.

Computer sind nicht besonders gut darin, so zu übersetzen, dass es sich natürlich anhört. Denn auch sehr technische Übersetzungen müssen natürlich klingen.



Übersetzen ist eine sehr komplexe Angelegenheit, doch manchmal sollten wir komplexe Worte vermeiden, wenn wir anderen das Übersetzen erklären wollen. Übersetzen einfach zu erklären ist oft am besten!


(Bei diesem Blogartikel handelt es sich um eine Übersetzung des ursprünglich von mir auf Englisch verfassten Blogartikels „Human translation simply explained“.)