Dienstag, 19. Juni 2018

Digitale Diät mit Minimalismus

Die geistige Energie, die uns täglich zur Verfügung steht, ist knapp. So knapp, dass es sich lohnt, digital Diät zu halten – gerade für diejenigen unter uns, die beruflich ständig am Bildschirm hängen. Eine digitale Diät bietet Vorteile: Mehr Produktivität, mehr Flow und ein besseres seelisches Befinden.

Digitale Diät: Wichtiges zuerst erledigen

Ausweichen können wir den vielen Verlockungen unseres Informationszeitalters, indem wir bewusst minimalisieren, reduzieren und kanalisieren. Indem wir nicht zulassen, dass Informationen ständig und überall auf uns einprasseln.

Bewährt haben sich etwa folgende Strategien für eine digitale Diät:

- Singletasking statt Multitasking

- Wichtiges zuerst erledigen

- das Smartphone bei der Arbeit ausgeschaltet lassen

- auch sonst öfter mal in den Offline-Modus gehen

- unnötige Programme oder Browser-Tabs auf dem Bildschirm schließen

- private E-Mails nur einmal am Tag lesen und bearbeiten

- die Zahl der Online-Profile auf ein Minimum bringen

- sich regelmäßige Smartphone- und Computer-Pausen verordnen

- Apps, die zu sehr ablenken, auf dem Smartphone deinstallieren

- jegliche Alternativen zum Computer oder Smartphone ausnutzen


Unsere geistige Energie pro Tag ist begrenzt! Bewusst getroffene Maßnahmen einer digitalen Diät verhelfen zu mehr Produktivität, mehr Flow und einem besseren seelisches Befinden.

Sonntag, 27. Mai 2018

Was bedeutet die Datenschutz-Grundverordnung für mich als Übersetzerin?

Seit vorgestern gilt sie nun: die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), auf Englisch auch als GDPR (General Data Protection Regulation) bekannt – oder auch nicht so bekannt! Denn wer wusste wirklich, dass die Übergangsfrist schon seit geraumen 2 Jahren läuft?

Dass sie nicht so bekannt war, belegen Umfragen auf der Straße, aber auch der Wirbel und die Aufregung, die die DSGVO jüngst in der Geschäftswelt verursacht hat. Zu vage oder widersprüchlich waren die Ratschläge und Handlungsempfehlungen zu ihrer korrekten Umsetzung: in Webinaren, von Experten, aber auch von Berufsverbänden.

DSGVO: totale Transparenz im Umgang mit Daten

Angesichts der unklaren Lage ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen, aber folgende Maßnahmen habe ich als in Großbritannien selbstständige Übersetzerin unter anderem getroffen:

- Auf meiner Website steht seit kurzem eine Datenschutzerklärung (auf Deutsch und auf Englisch), in der ich mich dazu verpflichte, mein Übersetzungsgeschäft fortan DSGVO-konform zu führen. (Ein Nebeneffekt des Erstellens dieser Seite: Ich habe hierfür meine angestaubten HTML-Kenntnisse wieder mal hervorgekramt und mir obendrein vorgenommen, überhaupt die ganze Website demnächst endlich einmal zu überarbeiten!)

- Als eingefleischte Minimalistin (der nicht nur das physische, sondern auch das digitale Aufräumen und Entrümpeln grundsätzlich viel Spaß macht) habe ich es sogar als erleichternd empfunden, alte geschäftliche Dateien und Ordner (einschließlich uralter Translation-Memory-Exporte) rigoros zu entsorgen. Verblüffend: Ich bin auf viele Projekte mit personenbezogenen Daten aus meiner Übersetzungsanfangszeit gestoßen, an die ich mich großteils nicht mal erinnern konnte!

Die Wogen um die Datenschutz-Grundverordnung haben sich zwar noch nicht geglättet, klar ist aber jetzt schon: Noch unabdingbarer als bisher sind fortan ein verstärkter Schutz von Daten (auch bei Bedarf durch technische Mittel), das beharrliche Entsorgen nicht mehr benötigter Daten und vor allem totale Transparenz im Umgang mit Daten!

Mittwoch, 18. April 2018

Anleitung zum Sich-sofort-super-Fühlen

Forschungsergebnissen zufolge ist unser Gehirn darauf programmiert, automatisch Negatives anzusteuern (wie im Artikel „Your Brain is Built for Negativity“ beschrieben). Es scheint der Standardmodus des Gehirns zu sein, und es ist weder angenehm noch gut für unser Wohlbefinden. Doch es gibt eine einfache Taktik, um negative Gedanken abzuwehren. Sie ist wirkungsvoll und einfach anwendbar: Denk zurück an die letzten 24 Stunden und führ dir vor Augen, was positiv für dich gewesen ist.

Das kann alles Mögliche sein. Ist zum Beispiel in den letzten 24 Stunden etwas passiert, wofür du dankbar sein kannst? Deine Kinder? Hat irgendetwas etwas gut geklappt? Bist du einer guten Freundin in die Arme gelaufen? Hat ein Kunde etwas Nettes bemerkt, oder gibt es irgendetwas, was du an deinen Kunden schätzt?

Es gibt eine einfache Technik, um negative Gedanken abzuwehren.

Der Verstand bleibt naturgemäß oft an Negativem hängen, weshalb es einer bewussten Anstrengung bedarf, die Gedanken zu Positivem hinzulenken. Und haben wir diesen Gedankengang erst einmal angestoßen, fallen uns sicher ein paar Dinge ein, die ein gutes Gefühl in uns auslösen.

Um noch den Bogen zum Minimalismus zu spannen: Es besteht auch die Gefahr, dass wir, wenn wir das Gute im Leben nicht mehr wertzuschätzen wissen, anfälliger für eine Hinwendung zu physischen Dingen werden. Der Minimalismus lehrt uns, dass physische Dinge uns nicht glücklich machen. Besser ist stattdessen stets der Blick nach innen.

Negatives Denken kann sofort ausgeglichen werden, indem wir bewusst vor unserem geistigen Auge abspielen lassen, was uns in den letzten 24 Stunden gut getan hat – was uns zu einem Lächeln bewegt hat oder wofür wir dankbar sein können.

Auch mein Blog-Post „The baffling solution to clearing mental clutter“ könnte für dich relevant sein.

Hinweis: Dieser Blog-Post ist eine Übersetzung meines ursprünglich auf Englisch verfassten Blog-Posts „How to feel great instantly“.

Samstag, 17. März 2018

Die minimale To-do-Liste

Wird deine tägliche To-do-Liste manchmal allzu lang? Baust du auf deine To-do-Liste, willst aber auch im Auge behalten, was am wichtigsten ist? Fragst du dich, wie am besten gegen Aufschieberei vorzugehen ist? Dann ist es vielleicht an der Zeit, die verblüffend einfache Taktik zu übernehmen, auf die ich in Joshua Beckers Blog gestoßen bin: die To-do-Liste mit 3 Aufgaben!

Joshua Becker entscheidet jeden Morgen, welche 3 Aufgaben an dem Tag am wichtigsten sind, und beschäftigt sich danach vorrangig mit ihnen. Dank der To-do-Liste mit 3 Aufgaben ist er erheblich produktiver und zufriedener bei seiner Arbeit geworden. Außerdem hat er nun am Ende jedes einzelnen Tages das Gefühl, etwas geleistet zu haben.


Eine minimale To-do-Liste macht produktiver und zufriedener bei der Arbeit.

Ich bin sehr angetan von dem Vorschlag, dass To-do-Listen minimalistisch gestaltet werden, und habe ihn auch in meinen Alltag integriert. Meine minimale To-do-Liste besteht zum Beispiel aus diesen 3 Aufgaben: 1) letzte Hand an ein Übersetzungsprojekt legen und es einsenden; 2) meine Buchhaltung auf den neuesten Stand bringen; und 3) nach der Schule eine Deutschgrammatikstunde mit meinen Kindern abhalten.

Wahrscheinlich werde ich an dem Tag noch ein paar weitere Dinge schaffen, zum Beispiel mit einem neuen Arbeitsprojekt anfangen, etwas im Haushalt tun, einen neuen Blog-Post entwerfen usw. Doch wenn nicht, macht es nichts, weil diese weiteren Dinge ja nicht zu meinen 3 Hauptaufgaben an dem Tag gehört haben.

Hinter dem Konzept der To-do-Liste mit 3 Aufgaben steckt eine einfache Logik: Wenn ich meine 3 Aufgaben erledigt habe, war mein Tag produktiv. Das Konzept kann von jedem und jeder von uns angewendet werden, egal unter welchen Umständen. Behält man 3 Prioritäten pro Tag im Auge und betrachtet das Erledigen sonstiger Dinge als optional, hat es ein Ende mit endlosen, überwältigenden To-do-Listen.

Probier‘s einfach mal aus!


Dieser Blog-Artikel ist eine Übersetzung meines ursprünglich auf Englisch verfassten Blog-Eintrags "The minimal to-do list" vom 22. Juni 2016.

Samstag, 10. Februar 2018

Minimalistisch bloggen: Warum bei mir ohne Kommentare?

Ich blogge sehr gern, denn dabei kann ich mich im Schreiben üben und an meinem schriftlichen Ausdruck feilen und ihn polieren.

Nicht möglich sind bei mir aber Kommentare. Warum? Ich bräuchte viel zu lang, um über Antworten auf Kommentare nachzudenken oder gar um sie aufzuschreiben. Und beim Eintreffen der ersten Kommentare wäre ich in Gedanken sowieso schon bei der nächsten großen Sache: meinem nächsten Arbeitsprojekt, meinem nächsten Blog-Post, der nächsten für mich anstehenden Aufgabe.

Genau wie du bin auch ich immer beschäftigt, weshalb ich vieles in meinem Leben minimalistisch angehe. Auch Bloggen gehe ich minimalistisch an: Ich blogge nicht oft, ich will fortan kurze (oder kürzere) Blog-Posts schreiben, und bei mir sind keine Kommentare möglich. Und das soll so bleiben.

Bloggen minimalistisch angehen

Als Übersetzerin verbringe ich sowieso schon viel zu viel Zeit am Computer. Daher habe ich Maßnahmen getroffen, damit ich weniger Zeit vor dem Bildschirm verbringe. Ließe ich mich ein auf Diskussionen über die Inhalte meiner Blog-Posts, hätte dies genau den gegenteiligen Effekt.

Im Blog von Bestseller-Autor, Unternehmer und Blogger Seth Godin sind auch keine Kommentare möglich. In seinem Post „Why I don’t have comments“ erklärt er warum. Ebenfalls lesenswert ist sein Post „10 Lessons Seth Godin Can Teach You About Blogging“.

Dies ist eine Übersetzung meines ursprünglich auf Englisch verfassten Blog-Posts „Minimalist blogging: Why I don’t have comments“.

Sonntag, 28. Januar 2018

Besser schreiben: Allein mit Papier, Stift und Gehirn

„Die Handschrift ist der Weg in unser Gedächtnis.“

Laut Manfred Spitzer, Psychiater und einem der bekanntesten Gehirnforscher Deutschlands, ist Handschrift etwas motorisch ziemlich Komplexes und fordert Höchstleistung vom Gehirn.


„Eine fließende Schrift lässt auch das Denken besser fließen.“

Diese Woche stieß ich auf einen Artikel über die Vorteile des Erlernens der Schreibschrift in der Schule. Er hat auch mich aufhorchen lassen, denn:

- Das Entwerfen von Blog-Artikeln nur mit Stift und Papier halte ich für eine der schönsten kreativen Tätigkeiten, die ich minimalistisch angehen kann – ohne weitere Hilfsmittel wie Computer oder Internet!

- Mein Übersetzer-Job verlangt von mir, dass ich Rohübersetzungen in eine Form gieße, in der sie nicht mehr „übersetzt“ klingen. Am besten gelingt dies erfahrungsgemäß, wenn ich meine Texte mit dem Stift auf Papier überarbeite.

Empfehlenswert!

Die Handschrift ist der Weg in unser Gedächtnis.

Allein mit Papier, Stift und Gehirn – das kann geistig sehr anstrengend sein. Und es kostet oft Überwindung. Aber es lohnt sich! Denn: Eine fließende Schrift lässt auch das Denken besser fließen.

Samstag, 6. Januar 2018

Vorsätze fürs neue Jahr minimalistisch angehen

Es ist wieder so weit: Ran die guten Vorsätze fürs neue Jahr! Aber: Fasst man mehrere Vorsätze, scheitern diese meist schnell.

Warum also nicht einfach mal die Vorsätze fürs neue Jahr auf ein Minimum zurückfahren? Diesen Tipp aus meinem Entrümpelungskalender für 2018 halte ich daher für genial: Ein einziger guter Vorsatz reicht!

Vorsätze fürs neue Jahr auf ein Minimum reduzieren

Für mich beinhaltet dieser eine Vorsatz, mein brachliegendes Frühaufsteher-Experiment wieder aufzugreifen: früher aufstehen, um nach kurzem Morgen-Yoga in aller Ruhe bei einem Genießer-Frühstück in aller Ruhe mein PHP-Programmierbuch in aller Ruhe weiterzustudieren.

Dazu angeregt hatte mich 2014 Laura Vanderkams Bestseller „What The Most Successful People Do Before Breakfast“. Die verblüffende Einsicht des Buches: Frühmorgens ist für uns die beste Zeit, um das zu tun, wofür später am Tag oft keine Zeit mehr bleibt – was uns aber wichtig ist!

Laut Laura Vanderkam lohnt sich frühes Aufstehen für die Vorhaben, die zwar nicht sonderlich dringend sind, uns aber am Herzen liegen: mehr entspannte Zeit mit der Familie; das berufliche Weiterkommen (z.B. Lesen von Fachartikeln, Fortbildung); oder das eigene Wohlbefinden (z.B. Sport, Spiritualität).

Weniger ist tatsächlich oft mehr. So kannst auch du die berühmt-berüchtigten guten Vorsätze fürs neue Jahr auf ein Minimum bringen:

1. Wähle aus den vielen Vorsätzen einen EINZIGEN aus, der dir besonders wichtig ist.

2. Beschreibe ihn so KONKRET wie möglich.

3. Beginne SOFORT mit der Umsetzung und bleibe dran.


Will man mehrere gute Vorsätze im neuen Jahr umsetzen, verpuffen sie meist schnell. Warum also zur Abwechslung nicht mal mit nur einem Vorsatz ins neue Jahr starten?