Samstag, 9. Mai 2020

Die neue Normalität nach COVID-19

Unsere Realität nach COVID-19 hat sich verändert – vielleicht sogar für immer. Wir leben in einer neuen Normalität.

Über diese neue Normalität geht es in Leo Babautas Blog-Artikel „The New Normal“. Darin beschreibt er, was sich aufgrund der Coronavirus-Epidemie für uns alle schlagartig verändert hat und folglich zu unserer neuen Normalität geworden ist: Einschränkungen im Alltag; ein verstärktes Empfinden von Ungewissheit und Angst; Gefühle von Alleinsein, aber zugleich oft auch ein stärkeres Gefühl von Verbundenheit; Ungeduld; und vieles andere mehr.


Unsere Realität hat sich verändert – vielleicht sogar für immer


Laut Leo Babauta erwächst hieraus folgende Fragen: Werden wir uns dieser neuen Normalität widersetzen, oder sind wir in der Lage, sie als Chance zu nutzen? Und können wir die neue Normalität vielleicht sogar als Geschenk ansehen?

Entgegenwirken könnten wir den Einschränkungen und den Gefühlen von Ungewissheit, Angst, Alleinsein oder Ungeduld etwa durch Folgendes:

-    die Bereitschaft, bewusst zu spüren, was wir gerade spüren

-    die Bereitschaft, Schwierigkeiten entgegenzutreten und inmitten dieser Schwierigkeiten zu verharren (also Geduld zu üben)


-    Einfühlung in uns selbst und andere Menschen


-    das Ausnutzen der Möglichkeit, Verbundenheit und Sinnhaftigkeit zu schaffen
 


Werden wir uns der neuen Normalität nach COVID-19 widersetzen, oder sind wir in der Lage, sie als Chance zu nutzen? Der ganze (englischsprachige) Artikel „The New Normal“ befindet sich auf Leo Babautas Website Zen Habits hier.

Sonntag, 26. April 2020

Bloggen in einer Fremdsprache: Gut oder schlecht?

Beim Bloggen auf Englisch habe ich mich schon immer unbehaglich gefühlt. Ich bin deutsche Übersetzerin und darf laut dem Verhaltenskodex meines Berufsverbands nur in meine Muttersprache übersetzen. Übersetzen ist im Grunde Schreiben, daher werde ich den Eindruck nicht los, dass es missbilligt wird, wenn ich auf Englisch blogge.




Mein Englisch ist jedoch von vielen Menschen „genehmigt“ worden: von einem amerikanischen Kollegen, den ich manchmal um Feedback zu meinem Blog-Artikeln bitte (danke, Will!); von anderen Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen, die meinen Blog lesen; und von einem professionellen Korrektor, an den ich mich für Input zu meinen englischen Texten gewandt habe (danke, Matt!). Von allen ist mir versichert worden, mein Englisch sei in Ordnung. Das tief sitzende Gefühl des Unbehagens ist aber geblieben.


Der Vollständigkeit halber sollte ich noch erwähnen, dass der Verhaltenskodex meines Berufsverbands vorschreibt, dass Übersetzer und Übersetzerinnen entweder in ihre Muttersprache oder in eine „von ihnen gewohnheitsmäßig verwendete Sprache“ übersetzen. Was mich betrifft, so lebe ich zwar schon sehr lange in Großbritannien, doch beherrsche ich das Englische eben nicht auf Muttersprachlerniveau (und werde dieses auch nie erreichen).


Ich bin deutsche Übersetzerin und deshalb nicht dazu berechtigt, ins Englische zu übersetzen, deshalb hat Bloggen auf Englisch auch keinen direkten Nutzen für meine Arbeit. Auf Englisch blogge ich einfach deshalb, weil es mir Freude bereitet. Mein Blog ist für mich das perfekte Mittel, um meine Fähigkeiten in der englischen Sprache weiter zu verbessern.


(Die ursprünglich auf Englisch verfasste Version dieses Blog-Artikels befindet sich hier.)


Samstag, 11. April 2020

Coronavirus-Auswirkungen auf den Minimalismus

Wie wird sich das Coronavirus auf den Minimalismus auswirken? Mit dieser Frage beschäftigt sich Joshua Becker von Becoming Minimalist in seinem Blog-Artikel „How Will The Coronavirus Impact Minimalism?“.

Joshua Becker hat mich im April 2014 mit seinen Büchern und Blog-Artikeln dazu inspiriert, ebenfalls Minimalistin werden zu wollen – und im Zuge dessen meinem Leben eine völlig neue Richtung zu verleihen!



Minimalismus: ein Lebensstil, der für jeden Menschen geeignet ist

 

Zum Minimalismus gezwungen werden soll natürlich niemand. Wer, wie Joshua Becker in seinem Artikel schreibt, seinen Arbeitsplatz verliere oder infolge einer Rezession und nicht aus eigener Schuld zwangsweise mit weniger leben müsse, werde oft zum Minimalismus gezwungen.


Wer unter solchen Umständen zu einem minimalistischen Lebensstil gezwungen werde, werde diesen jedoch nur als Opfer, Strapaze oder Rückschlag ansehen und, sobald finanziell möglich, wieder zum vorherigen Lebensstil zurückkehren.



Joshua Becker ist grundsätzlich der Meinung, dass der Minimalismus ein Lebensstil sei, den sich alle Menschen zu eigen machen sollten – idealerweise freiwillig!



Der Minimalismus ist ein Lebensstil, der für jeden Menschen geeignet ist
(Bild von pasja1000 auf Pixabay)


Coronaviruskrise: Hinwendung zu freiwilliger Einfachheit?


Wie wird sich das Coronavirus auf den Minimalismus auswirken? Laut Joshua Becker könnten einige positive Aspekte der momentanen weltweiten Krise eine „freiwillige Einfachheit“ in folgenden Bereichen auslösen:


1. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit all dem unnötigen Kram in unseren Häusern und Wohnungen

2. Generell mehr Homeoffice-Arbeit in Zukunft


3. Neue Denkansätze hinsichtlich der eigenen Finanzen


4. Tiefer gehende Fragen zu Leben und Tod


5. Ein bewussteres Wiederhinausgehen in die Welt nach dem Ende der Krise



Die beste Minimalismusliteratur stammt meiner Meinung nach aus den USA. Das Gedankengut der US-amerikanischen Minimalisten (und Minimalistinnen) möchte ich fortan hin und wieder aufgreifen und hier im Blog (ins Deutsche übersetzt) vorstellen.


Wie wird sich das Coronavirus auf den Minimalismus auswirken? Joshua Becker beleuchtet diese Frage in seinem Blog-Artikel „How Will The Coronavirus Impact Minimalism?“ mit Scharfsinn und Tiefgründigkeit.

Samstag, 22. Februar 2020

Warum Übersetzer die Maschinen nicht fürchten

Übersetzungen werden also bald von Maschinen übernommen werden, so wird es uns ständig erzählt. Warum aber fürchten Humanübersetzer dann nicht den Vormarsch der Maschinen, der doch in aller Munde ist?

Aus meiner Sicht lautet die Antwort hierauf schlicht und einfach: Übersetzer fürchten die Maschinen nicht, weil eine Übersetzung in vielen Einzelschritten erstellt wird.


Die meisten Übersetzungen brauchen einen menschlichen Input

Eine maschinelle Übersetzung ist beim ersten Schritt des Erstellens einer Übersetzung manchmal durchaus hilfreich, doch sie kann nichts zu dem beitragen, was bei späteren Schritten abläuft. Und wenn eine maschinelle Übersetzung nicht weiterhilft, ist der Input eines Humanübersetzers erforderlich.

Warum fürchten Humanübersetzer den Vormarsch der Maschinen nicht?
(Bildquelle: Peggy and Marco Lachmann-Anke on Pixabay)


Nicht hilfreich ist die maschinelle Übersetzung etwa bei folgenden Übersetzungsschritten:

- Durchführen terminologischer Recherchen auf dem Fachgebiet eines Textes

- Identifizieren und Herausstellen problematischer Textstellen im Ausgangstext für den Kunden unter Verwendung zweckmäßiger grammatikalischer Fachbegriffe, um die problematischen Textstellen zu beschreiben und zu erläutern, Vorschlagen von Verbesserungen

- Besprechen des Umgangs mit „unübersetzbaren“ Termini mit dem Kunden

- Erarbeiten von Behelfslösungen für knifflige Termini und Formulierungen

- Anwenden von Kundenstilrichtlinien auf die Übersetzung

- Herstellen von Kohärenz zwischen einzelnen Textteilen

- Verbessern des ersten Übersetzungsentwurfs (auch als „Rohübersetzung“ bezeichnet)

- Weiterverbessern der Übersetzung

- Überprüfen, dass Interpunktionszeichen richtig gesetzt wurden

- Formatieren der Datei

- Beseitigen von Fehlern (auch etwa von Fehlern, die sich aufgrund einer maschinellen Übersetzung eventuell eingeschlichen haben!)

- Ausdrucken der Übersetzung und Gegenlesen der ausgedruckten Übersetzung

- nochmaliges Überprüfen der Zahlen und/oder Bezugszeichen (in Patenten)

- Umformulieren der Übersetzung (sofern erforderlich), damit sie sich so liest wie ein in der Zielsprache idiomatisch formulierter Text

- Sicherstellen, dass die dem Originaltext zugrundeliegende Bedeutung richtig übertragen wurde (denn bekanntlich stecken in allem Sprachlichen viele Mehrdeutigkeiten!)

- Überprüfen, dass Fachbegriffe überall in der Übersetzung einheitlich verwendet wurden

- Redigieren und Ausfeilen des übersetzten Textes, um ihm den letzten Schliff zu geben

- Umgestalten der Übersetzung so, dass sie einen menschlichen Touch bekommt

Wer glaubt, eine Übersetzung könne einfach durch das Betätigen einer Taste oder einer Schaltfläche produziert werden, weiß nicht, dass eine Übersetzung in einzelnen Schritten erstellt wird. Eine maschinelle Übersetzung ist beim ersten dieser Schritte manchmal hilfreich, das Erstellen einer gebrauchstauglichen Übersetzung ist jedoch ein langer, zeitaufwendiger und komplizierter Prozess.

Eine gute Übersetzung kann nicht einfach durch das Betätigen einer Taste produziert werden
(Bildquelle: Gerd Altmann auf Pixabay)

Nachträglicher Gedanke: Natürlich weiß niemand, was im KI-Bereich noch alles passieren wird, und einige der obigen Aufgaben werden eines Tages vielleicht wirklich von Robotern übernommen werden. Im Moment sind wir aber noch sehr weit davon entfernt. Ich persönlich glaube auch, dass wir nie ein Stadium erreichen werden, in dem Roboter Menschen gleich sein werden.



(Dieser Blog-Artikel ist eine Übersetzung des von mir ursprünglich auf Englisch verfassten Blog-Artikels „Why translators don't fear the machines“ vom 1. Februar 2020.)

Donnerstag, 23. Januar 2020

Eine bessere Berufsbezeichnung für den Humanübersetzer

Das Wort „Übersetzer“ ist zu einer unzutreffenden Bezeichnung geworden. Sie ist nicht mehr zweckmäßig dafür, um das auszudrücken, was ein Humanübersetzer macht.

Das ist nicht so abwegig, wie man meinen könnte. Die Anbieter maschineller Übersetzungssysteme haben nämlich das Wort „Übersetzer“ für sich beansprucht und bezeichnen damit Computerprogramme, die maschinelle Rohübersetzungen ausgeben. Humanübersetzer benötigen daher eine Berufsbezeichnung, die die von ihnen ausgeübte Tätigkeit besser beschreibt.



Humanübersetzer benötigen eine Berufsbezeichnung, die die von ihnen ausgeübte Tätigkeit besser beschreibt

Das Wort „Übersetzer“ allein ist irreführend! Deshalb finde ich, dass die Nutzung einer besseren, konkreteren Berufsbezeichnung für den Humanübersetzer der nächste logische Schritt auf dem Weg zu dem Ziel sein sollte, dass sich das Image des Übersetzerberufs in der Öffentlichkeit wandelt.


Beispiele für bessere Berufsbezeichnungen:


Sprachdienstleister

Sprachberaterin


Fachübersetzer


Patentübersetzerin


Marketingübersetzer


Transkreatorin


Übersetzer und Lektor


Post-Editorin



Es verwirrt, dass heutzutage sowohl Humanübersetzer als auch Übersetzungscomputer als Übersetzer bezeichnet werden. Übersetzungscomputer sind auf dem Vormarsch, deshalb bedürfen (Human-)Übersetzer einer besseren Berufsbezeichnung.



(Dieser Blog-Eintrag ist eine Übersetzung meines Blog-Eintrags „A better job title for the human translator aus meinem englischsprachigen Blog.)

Samstag, 4. Januar 2020

Wie du bei Schreibarbeiten Zeit sparst

„Eine fließende Schrift lässt auch das Denken besser fließen.“

Diese Erkenntnis aus meinem Blog-Artikel „Allein mit Papier, Stift und Gehirn“ missachtete ich neulich unklugerweise, als ich vor Weihnachten meinen Jahresrückblick für Freunde und Verwandte verfasste.

Die verfügbare Zeit war knapp, daher stellte sich die Frage: Wie kann ich das Schreiben meines Jahresrückblicks am „minimalistischsten“ angehen?


Um Zeit zu sparen, entwarf ich ihn am PC. Doch das Ende vom Lied war: Ich brauchte insgesamt sehr viel länger, als wenn ich ihn (wie sonst) mit einem Stift auf Papier entworfen hätte!

Es stimmt also wohl: Wir sind beim Tippen am PC oft weniger kreativ (und daher langsamer), als wenn wir einen Text zunächst mit der Hand aufschreiben – ohne die „Hilfe“ des Internets mit seinen Nachschlagemöglichkeiten.

Maßnahmen, die vermeintlich zum Sparen von Zeit dienen (etwa bei Schreibarbeiten), bewirken oft das genaue Gegenteil: Wir verbrauchen zu viel Zeit!


Weiterführende Links:
- 10 Gründe, warum wir mehr mit der Hand schreiben sollten (Dhala Rosado, NJOY vom NDR)
- Die Anspitzung des Denkens (Anna-Lena Scholz und Ulrich Schnabel, ZEIT)
- Schreib mal wieder (Claudia Ehrenstein, WELT)

Sonntag, 8. Dezember 2019

E-Mails minimalistisch angehen: 3 schnelle Tipps

Drohst auch du manchmal in E-Mail-Fluten unterzugehen? Wenn ja, habe ich für dich 3 Tipps parat, wie du E-Mails gelassener (und minimalistisch) angehen kannst:


Tipp 1: Schließe dein E-Mail-Programm.

Der Verbesserung des Konzentrationsvermögens dienlich: Reserviere dir Zeitfenster zum Herunterladen neuer E-Mails. Öffne dein E-Mail-Programm immer nur dann, wenn du den Kopf für E-Mails frei hast, und schließe es danach wieder.


Tipp 2: Befasse dich mit (weniger wichtigen) E-Mails nur einmal am Tag.

Weniger wichtige E-Mails wie private E-Mails, Newsletter oder Forum-Nachrichten lese ich sehr gern, jedoch erhalte ich sehr viele von ihnen. Daher erreichen sie mich nur einmal am Tag: abends, nach getaner Arbeit und in einem separaten E-Mail-Programm. (Berufliche E-Mails lese und bearbeite ich hingegen regelmäßig von Montagmorgen bis Freitagabend.)


Tipp 3: Bearbeite unerledigte E-Mails vor dem Wochenende.

Nicht dringende E-Mails verschiebe ich unter der Woche in einen Ordner, der bei mir „Freitagnachmittag“ heißt. Denn solche E-Mails beantworte ich immer am Freitagnachmittag. Mit dem angenehmen Gefühl, das sich mit dem Abarbeiten dieser E-Mails einstellt, lässt es sich danach prima ins Wochenende starten!


Wir können E-Mails gelassener angehen, indem wir sie zum Beispiel nur einmal pro Tag abrufen.


E-Mails erreichen uns in der Regel in Wellen und schwappen ob ihrer schieren Flut oft über uns zusammen. In diesem Blogbeitrag gebe ich 3 Tipps für ein gelasseneres Vorgehen zur Bearbeitung von E-Mails.